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Bisherige Tätigkeiten

Meinen ersten Schülerjob hatte ich bereits sehr früh, ich habe sporadisch eine Werbebroschüre ausgetragen, was aber kaum mehr als eine Ergänzung des Taschengeldes war und auch bald eingestellt wurde.
Im Januar 1992 habe ich einen Job im Aquaristik-Bereich des Zoogeschäftes Leichlinger Zoo angetreten. Zunächst bestand die Arbeit nur aus Reinigungsaufgaben, später kam auch sehr viel Tierpflege und -zucht, Kundenberatung, Lagerhaltung und Rechnungswesen dazu. Ein Höhepunkt dieser Tätigkeit war mit Sicherheit der Umzug aus den -in allen Hinsichten unzulänglichen- alten Räumlichkeiten in ein neues, zweigeschossiges Ladengeschäft mit über 300 Quadratmetern Fläche. In der Zeit meiner Arbeit für den Leichlinger Zoo hatte ich in der Aquaristikabteilung später bis zu drei Mitarbeitern.
Im Sommer 95 folgte mein Abitur und im Herbst des selben Jahres begann ich das Studium der Biologie an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf.
Im Frühjahr 1997 ließ mir leider mein Studium nicht mehr ausreichend Zeit, um die Arbeit fortzusetzen.


Während meines Hauptstudiums habe ich während der Vorlesungszeit als Studentische Hilfskraft das Praktikum "Biologie für Mediziner" über zwei Jahre betreut, zum Schluß war ich "Saalleiter", wegen der wöchentlich wechselnden Kursleiter eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Weiterhin habe ich verschiedene Zoologie-Praktika vor, während und nach meiner Diplomarbeit betreut.
Nach meinem Diplom bin ich als Doktorand zum Zoologischen Forschungsinstitut und Museum Alexander Koenig in Bonn gekommen, wo ich neben meiner Dissertation einige andere Aufgaben übernahm, u.a. Mitarbeit in der Fischsammlung und in der Tierhaltung, Mithilfe bei der Neugestaltung der Dauerausstellung, Auftragsarbeiten von Aussen, Kurse für die "Gesellschaft für das hochbegabte Kind" und Mitarbeit bei einer längeren Fernsehproduktion der BBC.


Im Mai 2003 trat ich dann eine Stelle als "Wissenschaftlicher Volontär" im Staatlichen Museum für Naturkunde, Görlitz an, wo ich ein Museum vorfand, das genauso wie das Museum Koenig wegen Umbau geschlossen war. Das Vivarium, in dem ich arbeiten sollte, stellte sich als 80 qm großer Kellerraum dar, in dem ein 8.000 Liter fassendes Betonaquarium und sieben weitere Terrarien und Aquaterrarien, sogenannte Paludarien standen. Für diese Becken wurden Rückwände aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) in der aufwändigen Hohlform-Technik von uns hergestellt, eingepasst und eingebaut. Weiterhin wurden diese Becken mit allem möglichen weiteren Dekomaterial wie Holz, Wurzeln, Steinen etc. eingerichtet, bepflanzt und während dessen eingefahren um so schon vor der Eröffnung mit Fischen, Amphibien und Reptilien besetzt werden zu können.

Ein kleines Aquaterrarium mit einer GFK- Hohlform- Nachbildung einer Mauer im Rohbau.
Voller Körpereinsatz beim Bepflanzen des Großbeckens. Der warme Sommer 2003 machte die Sache angenehm.
Das größte Aquaterrarium am Tag der Eröffnung. Die offenen Seiten wurden später noch verkleidet.

Nach der sehr stressigen Einrichtungsphase folgte eine Phase relativer Ruhe, in der die Tierpflege und -zucht im Vordergrund stand und die Mitarbeit in der Museumspädagogik und Öffentlichkeitsarbeit immer wichtiger wurde. Museumsführungen waren an der Tagesordnung, hauptsächlich für Schulklassen, es fanden aber auch Unterrichtsstunden unter meiner Leitung im Vivarium statt.


Im Juni 2004 began ich als "Senior Aquarist" bei dem im Aufbau befindlichen Sea Life Center Oberhausen (Jetzt nur noch Sea Life Oberhausen). Auch dort traf ich erst einmal eine Baustelle vor, aber einige Größenordnungen größer als in Görlitz. Die Aufgaben dort waren geringer, wir, das heißt mein Team aus zwei Aquaristen und dem mir vorgesetzten Ausstellungsleiter mussten "nur" die 41 Aquarien reinigen, einrichten und das System in Betrieb nehmen. Die feste Dekoration wie Rückwände und ähnliches baute die Firma, die auch die Aquarien geliefert bzw. gebaut hat, ein. Dadurch, daß die Bauarbeiten jedoch 2 Monate im Rückstand waren, mussten wir immer zwischen irgendwelchen Handwerkern hin und her arbeiten.
Dennoch haben wir den Eröffnungstermin bis auf die Minute genau halten können, mit anderen Worten: Es war Stress pur. Gerade die vier Wochen um die Eröffnung herum haben wir alle vier unglaublich viel gearbeitet, Doppelschichten waren eher die Regel als die Ausnahme, freie Tage gabs in der Zeit fast gar nicht.
Auch der Betrieb war -logischerweise- deutlich anders als in Görlitz. 2 Millionen Liter Wasser, fast 5000 Fische, vom Stichling über Seepferdchen, Heringskönige, Wrackbarsche, Oktopoden bis zum Hundshai erfordern eben ein anderes Arbeiten.
Dennoch war die Arbeit extrem interessant, ich habe viel über die Haltung und das Handling von Tieren gelernt, mit denen man im Hobby-Bereich nicht in Kontakt kommt und werde diese Tiere und die Kameradschaft im Aquaristik-Team sehr vermissen.
Das 1400 Kubikmeter fassende Atlantikbecken, während der Einrichtung.
Bei der Fütterung der Haie im Atlantikbecken
Zwei Rotbandbrassen in Formation


Derzeit führe ich meine Promotion zu Ende, arbeite an einigen weiteren Projekten und schreibe eine Reihe von populärwissenschaftlichen Publikationen, nichts aufregendes, aber es macht Sinn.

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