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Mein Schmuckkästchen

Ein ungewöhnliches Aquarienformat

Am Anfang stellte sich folgendes Problem: In meinem Arbeitszimmer konnte ich mit etwas Mühe in einem Ikea-Regal (Niclas) einen Platz für ein Aquarium freihalten. Leider ließen die freien 78 mal 28 cm nicht gerade Platz für eine Badewanne. Da ich mal wieder ein wenig voreilig war und in einem meiner Ausweichbecken bereits 3 junge Skalar-Wildfänge schwammen, konnte ich mich auch nicht mit einem 60 cm- Standartaquarium begnügen.

Als ich meinen Zoohändler (oder besser: dessen Azubi) zu Rate zog, kramte er aus einer Abstellkammer ein Würfelbecken mit 50 cm Kantenlänge, ergo 125 l Inhalt. Daran hatte ich überhaupt nicht gedacht! Gesehen und gebraucht gekauft, war gar nicht mal teuer.

Zuhause angekommen wuchsen die Probleme: Wo stelle ich so ein Becken drauf? Den Sofatisch herangeschleppt und samt Freundin, 2 Wasserkästen und meiner Wenigkeit eine Sitzprobe gemacht. Das Ding wackelte nicht mal bei geschätzt 190 Kilo!

2 Stunden später befanden sich 25 Kilo Kies (und etwas Eisendünger), eine große und mehrere kleinere Wurzeln im Becken und der alte Eheim pumpte den gesamten Wasserwechsel meines 200l- Fluraquariums in mein Arbeitszimmer.
Als nächstes folgten 50 Liter warmes Leitungswasser, ein Stabheizer und ein kleiner Eheim-Außenfilter, der noch weiter gedrosselt wurde, schließlich sollten ja immernoch die Skalare da rein.

Danach begannen die wirklichen Probleme: Wie bekomme ich Licht in das Becken? Im Arbeitszimmer konnte ich keine Kellerlösung wie mit der an Ketten aufgehängten Leuchtstoffröhre durchführen, wegen der ganzen Bücher und des Computers kam auch keine offene Lösung in Frage, also musste eine Abdeckung her.
Zum Glück sägen die Mitarbeiter des Bauhaus-Baumarktes auch abends um viertel vor 8 noch ihre Holzplatten klein. Zwei Stunden und mehrere Flüche später hatte ich einen Abdeckkasten mit Füterungsklappe fertig, im selben Buchenton, wie die restliche Einrichtung. Nur das Licht fehlte....

Der Rat meines Zoohändlers, zwei Abdeckleuchten für 50 cm-Aquarien zu zersägen wurde schnell als Blödsinn abgetan, als sein Azubi mit einem Lochblech ankam, auf das 3 Halogenlampenfassungen genietet waren. In jede Fassung 10 Watt, in die Mitte 20 Watt und das Ding sollte ausreichend Licht produzieren. Nach kurzem Suchen fand sich sogar noch der Trafo.

Zuhause angekommen wurde ein Loch in die frische Abdeckung gesägt und die Lampe eingepasst, festgeschraubt und angeschlossen. Siehe da! Nur die mittlere Fassung tat es. Kein Wunder, daß der Zoohändler da kein Geld für wollte.

Zwischenzeitlich waren bereits 4 große Echinodorus bleheri und 4 meiner Wildguppies zum Einfahren in das Aquarium gezogen, so daß es auch kein Zurück mehr gab. Ums kurz zu machen: die 20 Watt Halogenlicht reichen! Nach 3 Monaten Aquarienbetrieb konnte ich bisher keinen gravierenden Mangel feststellen. Die E. bleheri treiben kräftige Tochterpflanzen und den zwischenzeitlich umgezogenen Jungscalaren gefällt es sehr gut.


Zwischenzeitlich sind weitere 12 Monate vergangen, die kleinen Skalare sind längst dem kleinen Becken entwachsen und längst in ein größeres Becken umgezogen. Statt dessen bewohnt ein Pärchen Crenicichla cf. wallacii aus dem Rio Atabapo die Bodenregion, darüber schwimmen zwei halbwüchsige Pterophyllum leopoldi, die hier deutlich besser als die größeren P. scalare untergebracht sind.
Die Crenis haben zwischenzeitlich eine Brut großgezogen, die Leopoldis wachsen und fangen an, sich wunderbar blau und kupferrot zu färben. Solange die Crenis keine Brut führen, herrscht in dem Becken entspannte Ruhe, ansonsten müssen die Leopoldis für einige Monate umziehen.

Die Wasserwechselintervalle sind nach wie vor extrem lang, alle 6 bis 10 Wochen kommt einmal ein Schlauch ins Becken. Die Scheiben habe ich zwischenzeitlich einmal (!) gewischt, der Nitratgehalt ist konstant bei Null, der pH schwankt um den Neutralpunkt.

Die Technik hat sich als weniger standhaft erwiesen. Die durchschnittliche Lebensdauer einer 20 W Halogenbirne liegt bei etwa 6 Monaten (bei 13 Stunden täglichem Betrieb). Die Halogenkombination hat nach etwa 18 Monaten ihren Geist aufgegeben, Ersatz war schwierig zu bekommen. Ich habe daraufhin die Lampen aus der Nietung entfernt und einen IKEA-Halogenspot "Non" angeschraubt. Da diese Spots nur für 10 Watt vorgesehen sind, habe ich einen Kunstgriff anwenden müssen: Ich habe das Set mit 2 Spots und einem 20 W-Trafo gekauft, eine der Lampen verworfen und die andere mit einer 20 W-Birne ausgerüstet.
Dieses System läuft seit Ende August 2002, bisher ohne Probleme, die Abwärme der Lampe ist sogar geringer.

Nachtrag:Bei meinem Umzug nach Görlitz im Mai 2003 wurde das laufende System aufgelöst und das Becken samt Abdeckung im Keller eingelagert. Die Reaktivierung erfolgte im Herbst 2005, als Ausstellungsbecken am Stand von Scalare-online auf der "Zierfisch & Aquarium" in Duisburg kam es zu neuen Ehren. Leider gab es während des Abbaus einen Wasserschaden an der Abdeckung, so dass ich diese entsorgen musste. Wenn der Würfel erneut aktiviert wird, werde ich eine solche Abdeckung ein weiteres Mal bauen.

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